Antiquitäten in Basel: Novecento

Herzlich willkommen auf der Webseite von Novecento Antiquitäten in Basel! Das Geschäft bietet auf zwei Etagen seit über dreissig Jahren Antiquitäten und Kuriositäten in der Innenstadt von Basel an. Der Schwerpunkt liegt bei den „Arts Décoratifs“ des 20. Jahrhunderts. Darunter sind Objekte aus allen massgebenden Zentren Europas für Kunst und Kunsthandwerk. Unter dem Menüeintrag „Impressionen“ finden Sie eine Auswahl an Antiquitäten und Kuriositäten aus dem aktuellen Sortiment.

Eintritt frei bei Novecento – Kurioses und Antiquitäten in Basel!

Schaufenster von Antiquitäten Novecento in Basel

Antiquitäten aus dem Jugendstil

Deutschland/Österreich

In den Städten München, Wien und Darmstadt entstanden um 1900 die drei einflussreichsten Künstlerkolonien des deutschen Sprachraums. In München gründeten Richard Riemerschmid, Bruno Paul und Hermann Obrist die „Vereinigte Werkstätten für Kunst im Handwerk“. In Wien legten Josef Hofmann, Koloman Moser und der Industrielle Fritz Waerndorfer als Förderer den Grundstein der „Wiener Werkstätte“. Und schliesslich zeigte sich in Darmstadt Grossherzog Ernst Ludwig als grosser Mäzen der Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe. Joseph Maria Olbrich war der künstlerische Leiter, Peter Behrens, Patitz Huber, Habich und Christiansen gehörten zu den Gründungsmitgliedern. Bis zum Ersten Weltkrieg führte der Weg von fast allen deutschen Jugendstil-Künstlern über die Mathildenhöhe.

München

Bereits 1892 ist die „Münchener Secession“ entstanden. Eine grosse Gruppe bildender Künstler von Rang hat sich von der traditionellen Münchner Künstlergenossenschaft losgesagt (Secession), um neue Ideen gegen „alte Werte“ durchzusetzen. Unter den etwa 90 Sezessionisten befanden sich Künstler wie Lovis Corinth, Franz von Stuck, Peter Behrens, Max Liebermann, Hermann Obrist u.v.m. Aufgrund des starken Eindrucks der VII Internationalen Kunstaustellung von 1897 im Münchner Glaspalast gründeten im folgenden Jahr Architekten, Grafiker, Designer und Kunsthandwerker die „Vereinigte Werkstätte“. Ein Bruch mit der Tradition erfolgte nun auch im Möbeldesign und beim Alltagsgegenstand. Selbst der traditionelle Salzglasur-Humpen kam nun in der Bier-Metropole im neuen Jugendstil-Gewand daher. Ausserdem erschienen neue, hochrangig illustrierte Zeitschriften wie das Satireblatt „Simplicissimus“, sowie die Kunst- und Literaturzeitschrift „Die Jugend“, die im gesamten deutschen Sprachraum namensgebend für den „Jugend-Stil“ wurde.

Eine Auswahl an Glas, Keramik und Metall im Münchner Jugendstil finden Sie bei Antiquitäten Novecento in Basel. Glas-Antiquitäten sind mit Vasen von Poschinger und Jean Beck vertreten, oder Sie finden bemaltes Glas von Ludwig Hohlwein und den Damen Ida Paulin und Emmy Seyfried. Ebenso gibt es Beispiele für das typische Salzglasur-Steinzeug aus Höhr-Grenzhausen nach Entwürfen von Riemerschmid, Behrens und Wynand. Hin und wieder sind auch Metallarbeiten in Kupfer, Messing oder Bronze von Riemerschmid, Ludwig Vierthaler oder Bruno Paul im Angebot.

Wien

Nach dem Münchner Vorbild kam es auch in Wien zur Abspaltung einer bedeutenden Künstlergruppe von dem traditionellen „Wiener Künstlerhaus“. 1897 gegründeten Gustav Klimt, Joseph Maria Olbrich, Kolo Moser, Josef Hoffmann u.a. die „Wiener Secession“. Das Neue in der Kunst war Programm. Die Zeitschrift „Ver Sacrum“ (heiliger Frühling) erklärte die Ziele. Ein Jahr später hatten die Künstler bereits das eigene Ausstellungshaus nach den Plänen von J.M. Olbrich: kurz „Die Secession“. Die 14. Ausstellung von 1902 war ein grosser Höhepunkt in der regen Ausstellungstätigkeit. Sie war Ludwig van Beethoven zum 75. Todesjahr gewidmet. Im Zentrum wurde Max Klingers Beethoven-Denkmal gezeigt. Rund herum haben sich 20 Secessions-Künstler mit ihren Werken beteiligt. Am bekanntesten ist das monumentale, 2m hohe und 34m lange Beethovenfries von Gustav Klimt, das seit 1985 wieder in der restaurierten „Secession“ zu sehen ist.

Analog zu Münchens „Vereinigte Werkstätten“ gründeten 1903 Hoffmann und Moser die „Wiener Werkstätte“. Dort waren alle Sparten des Kunsthandwerks vertreten: Keramik, Glas, Goldschmiedekunst, Textilien, Grafik, Tapeten, Buchschmuck, Accessoires etc. Die „WW“ waren eine Erfolgsgeschichte mit zahlreichen Verkaufsstätten in den bedeutenden Metropolen Europas. Neben Hoffmann und Moser wirkten bis 1932 viele grosse Namen in der „WW“: Prutscher, Powolny, Peche, Margold, Siegel, Czeschka, Löffler usw. Es ist ausserdem zu erwähnen, dass in den „WW“ besonders viele Frauen wichtige Stellungen innehatten: Flögl, Rix, Sika, Wieselthier, Baudisch, Löw usw.

Böhmen mit seinen riesigen Waldgebieten (Rohstoff Holz!) gehörte damals noch zur Doppelmonarchie Österreich-Ungarn. Somit führten die Glaswerkstätten in Südböhmen viele Entwürfe der Wiener Werkstätte aus (Loetz, Meyr’s Neffe, Kralik). Aber auch die Glasereien in Karlsbad, Teplitz und Neuwelt stellten hochstehendes Kunstglas des Wiener Jugendstils her (Moser, Pallme-König, Rindskopf, Harrach). Alle diese Manufakturen lagen ab 1918 in der neu proklamierten Tschechoslowakei.

Für den Wiener Jugendstil gibt es in Basel bei Novecento Glas-Antiquitäten aus den meisten namhaften Manufakturen Böhmens. Und ebenfalls im Angebot sind Keramiken von Goldscheider, Amphora aus Turn-Teplitz, sowie von der „WW“ geprägte, expressive Keramik.

Darmstadt

Die Mathildenhöhe (UNESCO-Welterbe) ist mit den erhaltenen und restaurierten Jugendstilbauten ein einzigartiges Ensemble. Als Kunstliebhaber und Mäzen ermöglichte der Grossherzog von Hessen, Ernst Ludwig, dieses Gesamtkunstwerk. Die Künstlerkolonie wurde 1899 gegründet und endete vor dem Ersten Weltkrieg. Zwei der Gründungsmitglieder brachten für den Aufbau bereits Erfahrung mit: Peter Behrens war in München bei der Gründung dabei, und Joseph Maria Olbrich hatte in Wien das Secessions-Gebäude entworfen. Auf der Mathildenhöhe ist Olbrich der Architekt vom markanten Hochzeitsturm, dem Ausstellungsgebäude und von den meisten der Künstlerhäuser. Die grosse Freifläche, der Platanenhain, hat der Bildhauer, Bernhard Hoetger, mit 40 Skulpturen ausgestattet.

Auch in Darmstadt dominierte der Gedanke eines umfassenden Kunstbegriffs. Gross war der Gestaltungswille, der auch die nebensächlichsten Gegenstände mit einer funktionalen Ästhetik ausstattete. Wie in der „Wiener Werkstätte“ gab es auf der Mathildenhöhe Werkstätten und Entwerfer für alle Bereiche des Kunsthandwerks. Neben Architektur und Inneneinrichtung (Möbel) war Darmstadt auch wegweisend für Metallarbeiten in Silber, Zinn, Messing, Kupfer und Weissmetall. Albin Müller, Haustein, Olbrich, Behrens u.a. entwarfen Kannen, Bestecke Pokale und Schalen in schlichtem Jugendstil. Schmuckentwürfe wurden z.T. in Pforzheim gefertigt (Patriz Huber). Die Glaskunst konnte sich auf der Mathildenhöhe nicht durchsetzen. Zwar war Josef Emil Schneckendorf, der das Glasatelier leitete, ein Meister in der Herstellung von irisierendem Glas. Die grossen Koryphäen blieben aber in den Zentren Böhmen und Lothringen, wo die Rohstoffe reichlich vorhanden waren. Der bedeutende Keramiker, Jakob Julius Scharvogel, leitete auf der Mathildenhöhe das Keramikatelier und die Fliesenwerkstat. Letztere lieferte oft die Dekorationselemente für Baukunst und Innenarchitektur.

Antiquitäten der Darmstädter Schule und deren Einfluss entdecken Sie in Basel bei Novecento in Steinzeug-Arbeiten von Royal Bonn, Villeroy & Boch oder Wächtersbach. Der überzeugende Jugendstil der „Mathildenhöhe“ ist ebenfalls mit Metallobjekten von Hueck, Orivit, Osiris oder WMF vertreten. Und mitunter können Sie auch eine Dose von Margold oder eine Keramik von Scharvogel finden.

Frankreich

In Frankreich nennt man die Zeit von ca. 1885 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs „La Belle Époque“. Es war in vielen Bereichen der grosse Aufbruch Richtung Moderne, so auch in der bildenden Kunst. Demnach war die „Belle Époque“ ein Übergang vom Impressionismus zum Fauvismus und Kubismus. Heute sieht man vielfach in Henri de Toulouse-Lautrec den Jugendstilkünstler, der vor allem mit seinen lithographierten Plakaten einen neuen Stil schuf. Er legte damit den Grundstein für die moderne Plakatwerbung. Der Kunsthändler, Samuel Bing, gründete 1895 in Paris seine Galerie, die er „Salon de l’ART NOUVEAU“ nannte. Dieser Name wurde gleichbedeutend für den französischen Jugendstil. Paris war traditionell die unbestrittene Kulturhauptstadt der bildenden Kunst. Trotzdem entstand im zentralistischen Frankreich zur selben Zeit in der Provinz die einflussreichste Schule für Kunst und Handwerk, die „École de Nancy“.

Eine Voraussetzung für diese Entwicklung war, dass Lothringen 1871, nach dem Deutsch-Französischen Krieg, aufgeteilt wurde. Der französisch sprechende Teil verblieb bei Frankreich. Nancy wurde zur wichtigen Grenzstadt im Osten und erlebte einen grossen strategischen und industriellen Aufschwung. Ausserdem gab es genug Rohstoffe. Die Wälder Lothringens konnten das nötige Holz für die Glasindustrie liefern. Von diesen günstigen Bedingungen profitierte der Ausnahmekünstler Émile Gallé. Er hatte 1874 den väterlichen Betrieb für Glaskunst und Keramik übernommen. Studienreisen führten ihn nach Meisenthal, Weimar und Berlin, und 1889 präsentierte er an der Weltausstellung in Paris erstmals seine Glaskunst. Nancy zog weitere Künstler an und wurde bald zum Mittelpunkt des Art Nouveau. 1901 gründete Gallé zusammen mit Louis Majorelle, den Gebrüdern Daum u.a. die „École de Nancy“.

Die Glaskunst des französischen Jugendstils ist bei Novecento in Basel mit Lampen und Vasen von Gallé, Daum, Walter, Schneider etc. vertreten. Ebenso im Sortiment sind viele wichtige Keramiken der „Belle Époque“ aus den Schulen von Nancy, Sèvres, Limoges und Südfrankreich (Mougin, Dalpayrat, Bigot, Decouer, Massier). Natürlich können Sie auch auf Einzelstücke aus anderen Ländern stossen. Manchmal finden Sie Antiquitäten des englischen „Arts and Crafts“ (Dresser, Benson, Moorcroft, Ruskin). Und ab und an sind seltene Objekte von Jan Eisenlöffel oder Gustave Serrurier-Bovy im Angebot.

Antiquitäten aus der Klassischen Moderne

Auf den Jugendstil folgte nach dem Ersten Weltkrieg auch im Kunsthandwerk die Klassische Moderne. In der Malerei suchte die Avantgarde bereits ab 1910 die Abstraktion. Jedoch drückte sich diese in den Ländern auf unterschiedliche Weise aus. Es entstanden Kubismus, Konstruktivismus, Suprematismus, Futurismus, Dadaismus und Surrealismus. Das Suchen nach neuem Ausdruck weitete sich nach dem grossen Krieg auch auf das Kunsthandwerk aus. Das Gemeinsame ist die Abkehr vom naturalistisch Dekorativen. Vorbild waren die klaren Formen des Arts & Crafts oder des Wiener-Stils von Josef Hoffmann.

Art Déco und Bauhaus

Frankreich präsentierte 1925 auf der „Exposition des Arts Décoratifs“ seine eigene Version der Moderne: geometrisch in der Form, stilisiert im Dekor. Die Ausstellung wurde namensgebend für den „Art Déco“ Stil. Im Pavillon „L’Esprit Nouveau“ präsentierte Le Corbusier für Frankreich als einziger einen Stil, der auf jegliches Dekorative verzichtete. Solche Nüchternheit entsprach aber damals nicht dem französischen Geschmack. Sein kühner Pavillon verbuchte nur einen Skandalerfolg. Repräsentativ für den „Art Déco“ Stil sind die Pariser Warenhäuser „Samaritaine“ und „Printemps“, in denen Marmor, Schmiedeeisen und weisses Pressglas dominieren. Das Material ist schwer, das Ornament streng und gemässigt.

Radikal neu und vom Konstruktivismus/Suprematismus beeinflusst war das Bauhaus. Vielleicht ist das 1919 von Walter Gropius gegründete Bauhaus überhaupt die wichtigste und einflussreichste Kunstschule des 20. Jahrhunderts. Im Konzept glich sie den Zentren des Jugendstils. Allerdings wurden hier Kunst und Handwerk enger zusammengeführt. In jeder Abteilung unterrichteten die Talentiertesten ihrer Sparte. In der Malerei unterrichteten Klee, Kandinsky, Schlemmer, Feininger und Iten. Die Metallwerkstatt führten Marianne Brandt, Dell und Wagenfeld. Für die Textilkunst waren Gunta Stölzl oder Anni Albers verantwortlich. Lindig, Bogler, Marcks und Burri galten als die besten Keramiker. Moholy-Nagy experimentierte mit Fotografie, und die Architekten Gropius, van der Rohe, und Breuer waren Meister im „Neuen Bauen“ und Möbeldesign. Viele ihrer Entwürfe sind derart zeitlos, dass sie bis heute absolut modern wirken.

Bei Novecento in Basel können Sie Antiquitäten und seltene Objekte aus den 20er und 30er Jahren entdecken. Guter französischer Art Déco ist stets präsent. Darunter sind Objekte von Künstlern wie René Lalique, E.M. Sandoz, Claudius Linossier, Gabriel Argy Rousseau, Jean Després, etc. Ebenso sind bei Novecento Künstler aus der Bauhaus-Zeit im Angebot (Marianne Brandt, Werner Burri, Hayno Focken, Karl Raichle). Ausserdem gibt es Majolika aus Karlsruhe, Porzellane von Rosenthal, Fraureuth, KPM u.a. Auch interessante Einzelstücke aus verschiedenen Ländern und Manufakturen der 20er Jahre sind im Sortiment. Ebenso finden Sie manchmal seltene Beispiele der modernistischen und futuristischen Strömungen der 20er Jahre.

Antiquitäten aus der Nachkriegszeit: Fünfziger- und Sechzigerjahre

Ab Mitte 30er Jahre bis nach dem zweiten Weltkrieg gab es verständlicherweise in den dekorativen Künsten eine rund fünfzehnjährige Stagnation. Erst in den frühen 50er Jahren kamen neue Impulse für das Kunsthandwerk und zwar aus Skandinavien und Italien. Deutschland war mit dem Kriegstrauma und dem Wiederaufbau beschäftigt. Frankreich konnte nicht an die glanzvolle Zeit vor dem Krieg anknüpfen. Das Land musste nach Zeiten von Vichy-Regime und „Résistance“ wieder einen politischen Konsens finden. Skandinavien, das weitgehend vom Krieg verschont geblieben ist, übernahm die Führungsrolle in Sachen Trends für Kunsthandwerk und Design der 50er und 60er Jahre: Lampen, Glas, Keramiken, Metallarbeiten und Möbel. Erstaunlicherweise fiel nach dem Krieg auch dem lange gebeutelten Italien eine Vorreiter-Rolle zu.

Skandinavien

In der Glaskunst überzeugen die schwedischen Glasmanufakturen Orrefors, Kosta, Strömberg, wo sowohl formschönes Gebrauchsglas, als auch aufwändige Unikate in Graal- oder Ariel-Technik hergestellt wurden. In den finnischen Manufakturen von Iittala, Nuutajärvi und Riihimäki entstanden in den frühen 50ern schlichte Vasen aus Klarglas als Abstraktion organischer Formen. Berühmte Beispiele sind „Kantarelli“ von Tapio Wirkkala, „Orkidea“ von Timo Sarpaneva, „Serpentiini“ von Gunnel Nyman und natürlich der Klassiker „Savoy“, die „Wolkenvase“ von Alvar Aalto. Ab den 60ern dominiert in Finnland monochromes Glas mit klarer Linie und – als neue Technik – das farblose, in Holzform geblasene „Eisglas“. Dänemark nimmt in Skandinavien bis heute eine Vormachtstellung im Lampen- und Möbel-Design ein. Höchste Qualität bieten auch die Einzelstücke von Porzellan und Studio-Keramik. Passend zum dänischen Stil entwirft Per Lütken für Holmegaard dekoratives Glas, aber diese Manufaktur experimentiert nicht wie z.B. Orrefors mit komplexen Glas-Techniken.

Sie können bei Novecento in Basel regelmässig Antiquitäten von schwedischem Glas in Entwürfen von Lindstrand, Palmqvist, Gate finden, bisweilen auch Unikate von Hald oder Öhrstöm. Porzellan und Keramik der schwedischen Manufakturen von Rörstrand und Gustavsberg sind ebenfalls im Sortiment. Finnland ist mit Vasen von Wirkkala, Nyman, Kaj Franck oder Sarpaneva vertreten, dazu kommen Objekten von Arabia. In dänischem Design finden Sie Poulsen-Lampen, Holmegaard-Glas, Porzellan von B & G und Royal Copenhagen, Kleinmöbel aus Teak, und Keramiken in Entwürfen von Knud Kyhn, Jais Nielsen, und mit etwas Glück ist auch mal ein Einzelstück von Axel Salto im Angebot.

Murano und Italienische Keramik

Vielleicht kann die bedeutende Rolle Italiens mit einem grossen Nachholbedarf erklärt werden. Das fantasievolle Design wirkt wie eine Entfesselung nach Jahren der Restriktionen während der Faschismuszeit und dem Krieg. Grosse Aufmerksamkeit gilt der venezianischen Glaskunst von Murano. Die Glasherstellung auf Murano besteht schon seit der Renaissance. Ab dem 16. Jahrhundert wanderten Glasbläser ab und verbreiteten ihr Wissen nördlich der Alpen. Im Barock wurde in Böhmen der Glasschliff entdeckt, was die Vormachtstellung des Venezianischen Glases schwächte. Mit dem beginnenden Tourismus im 19. Jahrhundert kam die Glaskunst in Murano zu neuer Blüte. Es entstand auf der Insel eine Glasfachschule, und Antonio Salviati gründete die erste grössere Glaswerkstatt.

Im Jugendstil entwickelten die „Fratelli Toso“ die Millefiori Technik. 1921 gründeten Paolo Venini und Cappellin die gemeinsame Manufaktur, aber sie gingen schon bald getrennte Wege. Ab 1925 begann für Venini in der eigenen Manufaktur die fruchtbare Zusammenarbeit mit Napoleone Martinuzzi und Tomaso Buzzi. Das war der Grundstein für den ausgezeichneten Ruf von Venini-Glas. In den 50er Jahre entstanden in Murano viele neuen Glasbläsereien mit innovativen Künstlern. Die Vasen sind in den Farben oft übermütig bunt, und die Formvielfalt scheint grenzenlos zu sein. Im Vergleich mit der Schlichtheit des nordischen Glas, könnten solche expressiven Vasen kaum gegensätzlicher sein.

Im Sortiment von Novecento befinden sich sowohl hochstehende Einzelstücke der Manufakturen Venini, Seguso, Barovier & Toso Cappellin mit Entwürfen von Buzzi, Gio Ponti, Scarpa, Flavio Poli, Zecchin usw. Daneben gibt es aber auch immer Angebote von dekorativen Vasen oder gelungenem Gebrauchsglas aus kleineren Glasbläsereien. Die Italienische Keramik war auch schon mit Koryphäen wie Fausto Melotti und Guido Gambone vertreten. Regelmässig sind bei Novecento in Basel Keramik-Antiquitäten aus Vietri, Albisola und Faenza zu finden. Lassen Sie sich von frechen, verrückten und witzigen Keramiken überraschen, die gute Beispiele sind für den schrillen 50er Jahre-Stil, der in Italien nach den düstreren Kriegsjahren einen neuen Optimismus ausdrückt.

Studio-Keramik und Kuriositäten

Ab den 50er Jahren hat sich in kleinen und kleinsten Ateliers die sogenannte Studio-Keramik entwickelt. In solchen Ateliers werden bis in die Gegenwart Objekte hergestellt, die zwar sammelwürdig sind, jedoch nicht als „Antiquitäten“ bezeichnet werden können. Ähnliches gilt für Kuriositäten. Was ist Kunst? Was ist sammelwürdig? Marcel Duchamp hat den „Flaschentrockner“ bereits 1914 zum Kunstwerk erhoben und die gute Form einer Pissoir-Schüssel in einem Museum gefeiert. Es ist besonders spannend, in einem Alltagsgegenstand plötzlich einen besonderen Reiz zu entdecken oder im Kuriosen den verborgenen Witz und eine Ironie zu sehen.

Bei Novecento in Basel können Sie neben Antiquitäten ebenfalls auf exklusive Einzelobjekte stossen und auf eine breite Auswahl von Studio-Keramiken. Hauptsächlich handelt es sich um Keramiken aus der Schweiz und Deutschland. Darunter sind Vasen und Schalen von Mario Mascarin, Margrit Linck, Fritz Haussmann, Benno Geiger, Giorgio Bertoli, und aus Deutschland finden Sie Gefässe von Horst Kerstan, Bampi, Scheid, Hohlt, Uhlemeyer und Otto Müller.

Ein letztes Sortiment beinhaltet Kuriositäten. Oft sind das namenlose „Objets trouvés“ im Sinne von Duchamp. Das kann ein selbst gefertigtes Spielzeug sein – vielleicht ein Patengeschenk. Oder ein handgeschmiedetes Werkzeug, eine gelungene Kinderzeichnung, ein zum Postversand verpackter Pickel… Objekte, in denen ein Zauber, ein Geheimnis und eine Geschichte liegen. Und nicht selten kann man in einem anspruchslosen Gegenstand die harmonische Vollkommenheit finden, die einst ein namenloser Handwerker geschaffen hat. Perfektion ganz ohne Kunstambition!